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Aleppo – Kulturelles Erbe lebendig erhalten


Heutige Situation

Seit über 5000 Jahren liegt Syrien im Spannungsfeld der jeweiligen angrenzenden Großmächte. Im Laufe der Geschichte wurde Aleppo wiederholt zerstört, aber auch wieder aufgebaut. Seit dem Beginn der gewaltsamen Auseinandersetzungen im Jahr 2011 sind ganze Teile der Stadt und deren Bewohner durchgehenden Kampfhandlungen ausgesetzt. Zahlreiche historische Monumente und Gebäude der Altstadt sind nur noch Ruinen. In ihrer Verzweiflung und Not fliehen die Menschen oder kämpfen in ihren beschädigten oder zerstörten Häusern ums Überleben.

Heute stehen alle sechs Weltkulturerbestätten in Syrien (Altstadt von Damaskus, Palmyra, Altstadt von Bosra, Altstadt von Aleppo, Krak des Chevaliers und Qal'at Salah ed-Din) sowie die antiken "toten Städte" im Norden auf der sogenannten Roten Liste des gefährdeten Welterbes der UNESCO.

Mit dem Bürgerkrieg in Syrien und den Kämpfen um Aleppo, die gerade auch in der Altstadt stattfinden, geht die Zerstörung der historischen Monumente wie der großen Moschee, Teilen des Soukbereichs, aber vor allem auch einzelner traditioneller Wohnquartiere weiter. Viele historische Zeugnisse sind damit vielleicht unwiederbringlich verloren und damit auch Hoffnungen, die mit der Erhaltung und Erneuerung der Altstadt verbunden waren. Eine Stadtkultur, die nicht nur die historischen Monumente umfaßt, sondern auch die Sprache, die Musik, das Handwerk und vor allem die Lebensweise der Bewohner, die vom Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien und Religionsgruppen bestimmt war, wird zerstört.


Am Beispiel der Bilder von Aleppo sollen einige Momente dieser reichen Stadtkultur gezeigt werden, aber auch die Bilder der Zerstörung.


Situation vor dem Konflikt

Um zu verstehen warum unser Verein sich der Kultur, Architekturgeschichte und Stadtentwicklung, und seit Beginn der schweren Kampfhandlungen auch dem Thema Wiederaufbau widmet, soll hier kurz ein Eindruck Aleppos gegeben werden.




Syrisch-Deutsche Zusammenarbeit (1994–2011)

Dank des enormen zivilen Engagements der Bewohner Aleppos wurde 1994 mithilfe der GIZ ein Erneuerungs- und Schutzprozess begonnen, der private, staatliche und internationale Initiativen bündelte um die Altstadt und ihr Erbe lebenswert und authentisch zu erhalten. Jahre zuvor war dieses einzigartige Erbe bedroht von modernistischer, autogerechter Stadtplanung des 20. Jahrhunderts.

Alles begann mit einer Gruppe von Architekten, Historikern und Bewohnern die sich den Abrissplänen der Stadtverwaltung entgegenstellten. Diese plante im Jahr 1978 den Abriss der sich über die Jahrzehnte gewandelten und baufälligen Nachbarschaft Bab Al-Faraj, um den Masterplan aus dem Jahre 1974 zu realisieren. Widerstand, angeführt von aleppiner Architekten, formierte sich alsbald. Eine Altstadt-Kommission wurde gegründet das auch aus Mitgliedern des Privatsektors, öffentlichen Einrichtungen bestand um den zukünftigen Schutz und die Entwicklung des Bab Al-Faraj-Areals, aber auch der gesamten Altstadt zu verhandeln.


Die Ursprünge – Aleppos Stadtgeschichte

Das historische Aleppo, ein Weltkulturerbe mit der Größe von 360 ha, kann auf über 5000 Jahre durchgehende urbane Siedlungsgeschichte bis in das dritte Jahrtausend vor Christus zurückblicken. Besucher haben seit jeher das gebaute und kulturelle Erbe dieser einzigartigen Altstadt bewundert. Aleppo war nicht nur Knotenpunkt diverser Handelsrouten und somit ein Verbindungspunkt verschiedener Einflüsse und Kulturen, sondern für Aleppos Einwohner ist die Stadt ein identitätsstiftendes Zuhause und Arbeitsplatz.


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